Bear Mountaineering und die Burnie-Hütte - FAQ

Häufige Fragen

Warum soll ich ausgerechnet auf die Burnie-Hütte im hintersten Eck von Kanada fahren? Kann ich nicht in den Alpen – oder wenigstens in einer bekannten Gegend wie den Rocky Mountains – mindestens das gleiche finden?

Nein. Können Sie nicht.

Hier haben Sie garantiert viel Schnee (meistens mehr als drei Meter), der meistens sehr gut zu fahren ist. Hier haben Sie hohe, stark vergletscherte Berge ohne Seilbahnen, ohne Heli-Skiing, ohne Straßen, ohne Pisten – kurz ohne andere Leute. Hier haben Sie Einsamkeit und Wildnis pur, so wie Sie es sich schon lange gewünscht haben. (Die Howson Range ist seit Mai 2008 ein Class A Provincial Park). Hier können Sie Neuland entdecken, sich fordern, sich entspannen und wieder zu sich selbst finden in einer Umgebung, die in Europa fast nicht zu finden ist: ganz, ganz still und einsam. Schweigen und Stille sind kostbar geworden. Hier finden Sie beides.

Und darin haben wir für Sie eine Traumhütte gebaut. Ohne überflüssigen und aufwendigen Luxus, aber stilvoll und bequem. Mit Sauna und elektrischem Licht und Holzherd. Mit Betten und Radiotelefon und einer Wetterstation. Mit Herzlichkeit und gutem Essen. Und mit der Erlaubnis der Wet’suwet’en Indianer, auf deren Territorium wir uns befinden.

Es ist auch weder umständlich noch teuer, hierher zu kommen. Von Vancouver aus gibt es mehrere Direktflüge täglich. Meistens haben Sie zum Abendflug Anschluss, wenn Sie am Nachmittag von Europa ankommen. Sie werden am Flugplatz abgeholt und können am Abend Essen gehen oder bummeln. Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, finden Sie Smithers in der Mitte zwischen Prince George und Prince Rupert auf dem Yellowhead Highway (Highway 16), den Sie vielleicht schon von Ihrer letzten Reise kennen. Die beste Art, hierher zu reisen, ist aber mit der Fähre nach Prince Rupert und mit dem Zug das Skeena-Tal hinauf.

Brauche ich einen Bergführer?

Ziehen Sie in Betracht, daß der Schneedeckenaufbau und die Geländeformen hier ganz anders als in den Alpen sind. Die Karten sind nicht für Bergsteiger gemacht und ungenau, und Führerbücher gibt es keine (Christoph ist bei dem ersten Führer, der wahrscheinlich 2009 herauskommt, beteiligt). Es gibt zwar einen Lawinenlagebericht (Bulletin), aber der gilt bei gleichem Umfang für eine Gebiet, das etwas 10mal so groß ist wie die Schweiz. Außerdem ist unsere Gegend so einsam und dünn besiedelt, daß sie vom Lawinenlagebericht so gut wie gar nicht erfaßt wird.

Ich habe in den letzten 15 Jahren viele Erfahrungen als Lawinenexperte gesammelt. Zusätzlich zum Bergführen, auch im Heli-Skiing, habe ich jahrelang Lawinenprogramme für Bergwerke und Straßen entwickelt und geleitet. An der Hütte ist eine Wetterstation, mit deren Hilfe jeden Tag ein detaillierter Lagebericht erstellt wird. Wir nehmen auch am InfoEx, einem kandischen Informationsaustauschsystem, teil, seit wir einen Satelliten-Internetanschluß haben.

Erste Spuren heißt auch: spuren, und zwar jeden Tag. Weil wir garantiert alleine sind, kann man nicht wie in den Alpen etablierten Spuren folgen. Die anzulegen, erfordert neben Kraft und Ausdauer auch solides Können.

Ich lebe seit 20 Jahren im Bulkley Valley. Verglichen mit der indianischen Geschichte hier, die mehr als 6000 Jahre zurückreicht, ist das wenig. Aber ich habe diese Berge so persönlich kennengelernt, wie ich als junger Kletterer das Wetterstein und die Sella kennenlernte. Berge sind nicht nur Skiabfahrten und Kletterrouten, sondern lebendige, individuelle Plätze. Auch das kann Ihnen Ihr Bergführer nahebringen.

Und schließlich: wo finden Sie einen Urlaub, in dem Sie für $250 am Tag per Hubschrauber zu einer komfortablen Hütte fliegen, einen Bergführer zu Verfügung haben, hervorragend essen, und in einem Bett schlafen, nachdem Sie aus der Sauna kommen? Nicht oft!

Was ist der Leistungsumfang?

Der Preis schließt ein: Führergebühr, Flug zur Hütte und zurück, Unterbringung und Verpflegung auf der Hütte, und Leihausrüstung soweit notwendig. Nicht eingeschlossen ist: Anreise nach Smithers, Verpflegung und Unterkunft in Smithers, persönliche Ausrüstung, alkoholische Getränke auf der Hütte, und 5% MWSt.

Was gibt es zu essen?

Hier werden Sie angenehm enttäuscht sein. Auf unseren Hütten ist das Essen meist viel besser als auf Alpenvereinshütten. Und keine Angst: es ist nicht der Bergführer, der kocht. Zum Frühstück gibt es z.B. frischgemahlenen Kaffee, Müsli mit frischem hausgemachtem Joghurt, Pfannkuchen mit Ahornsirup oder Eier. Zur Brotzeit nehmen Sie sich frisches hausgemachtes Brot, Schinken, Schweizer Käse, geräucherten Lachs oder Schokolade mit. Wenn Sie von der Tour zurückkommen, gibt es einen zünftigen Imbiß (und vielleicht ein Glas Wein), bevor Sie in der zederngetäfelten und holzbeheizten Sauna entspannen. Und dann ein solides Abendessen mit Suppe, Hauptgericht, Salat und Nachtisch. Pazifischen Lachs bekommen Sie auch auf den besten Alpenhütten nur selten, aber bei uns schon. Und reichlich. Dazu nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebrautes Bier oder ein hervorragender Rotwein – alles aus British Columbia.

Wie hoch sind die Anforderungen?

Unser Gelände wird stärkeren Skibergsteigern besser liegen. Die Touren sind mindestens 1200 und nach Wunsch viel mehr Meter lang. Fast alle haben eine oder mehrere steile und anspruchsvolle Passagen. Jedoch haben alle Gruppen, die größer als sieben sind, zwei Führer, so daß wir auch schwächere Bergsteiger dort treffen, wo sie sind, und ihnen eine erlebnisreiche Woche versprechen können.

Im Sommer sind die Wege so lang wie in den Westalpen. Wir haben Wege gebaut, die aber natürlich nicht so ausgebaut sind wie Alpensteige.

Wie groß sind die Gruppen?

Die Hütte bietet maximal 11 Gästen Platz. Dann sind immer zwei Führer da. Sonst ist einfach kein Mensch im Umkreis von 20 bis 50 km. Auf anderen Touren hängt die Größe von den Anforderungen ab. Am Mount Logan sind mindestens drei Gäste notwendig. Auf allen technischen Besteigungen kann ein Führer maximal zwei Gäste betreuen.

Was ist die beste Jahreszeit?

Was wollen Sie denn erleben? Ab Mitte Dezember liegt genug Schnee zum Skibergsteigen. Es gibt reichlich Pulver! Die Tage sind kurz (wir befinden uns auf 54 Grad nördlicher Breite) und es kann frisch werden. Ab Februar sind die Tage lang genug für lange Touren. Im März dominiert noch der Pulver, während ab April oft hervorragender Firn zu finden ist. Im Mai sind wir oft schon um vier Uhr morgens mit Harscheisen unterwegs, um den Nachmittag mit einem Glas Wein vor der Hütte zu verbringen (nach einer rauschenden Firnabfahrt …)

Ab Juli herrschen sommerliche Verhältnisse für Fels-, Eis- und kombinierte Touren. Mit fortschreitender Jahreszeit werden die Felstouren trockener, das Eis härter und die Spalten offener. Die Bergblumen sind Ende Juli bis Mitte August überwältigend, während man im September kaum vorwärtskommt, weil man lieber die rosinengroßen Blaubeeren ißt …

Die großen Skidurchquerungen und Expeditionen finden im Frühjahr statt. Auf ihnen herrschen winterliche bis arktische Verhältnisse, aber es ist so weit im Norden immer hell.

Gibt es Moskitos (Stechmücken)?

Im Sommer, zeitweise. In manchen Sommern sind sie häufig, in anderen bemerkt man sie kaum. Über der Baumgrenze und an der Hütte ist es meist windig genug, sie erträglich zu halten. Wir stellen Kopfnetze und Schutzmittel zur Verfügung, wenn sie nötig sind. Und jedes Bett hat, für alle Fälle, ein Moskitonetz.

Kann ich Bären beobachten?

Wilde Tiere folgen ihren eigenen Plänen. Sie legen keinen Wert darauf, von uns gesehen zu werden! Aber Sie haben gute Chancen, wenigstens einige der Tiere zu sehen, die diese Berge bewohnen: zwei Arten von Bären (Schwarz und Grizzly), Elche, Schneeziegen (wie Gemsen, aber weiß), Stachelschweine, Adler, Caribou, Wölfe und eine reiche Vogelwelt. Manchmal kommt ein Cougar durch. Bei manchen Tieren ist es besser, sie nicht oder aus der Entfernung zu sehen … Wir stellen Bärenspray zur Verfügung.

Wann soll ich buchen? Und wie überweisen?

Die meisten unserer Angebote sind einige Monate vor Beginn gebucht, aber es lohnt sich immer, nachzufragen. Wir können Ihren Platz erst nach Eingang einer Anzahlung von 50% reservieren. Bitte schauen Sie auf die ‘Buchen’-Seite!

Die Bezahlung erfolgt am besten mit Bankscheck oder Reiseschecks. Überweisungen sind hier nicht üblich, teuer und umständlich. Wenn Sie diese Zahlungsweise vorziehen, lassen Sie es uns wissen.

Wann kommen wir von der Hütte zurück?

Wir fliegen am frühen Nachmittag. So kann die abreisende Gruppe noch eine Tour machen und die anreisende Gruppe bekommt ihre Einweisung in den Gebrauch des VS-Geräts und kommt noch auf ihre Ski. Sie erreichen den Abendflug nach Vancouver.

Wie sind die Zimmer auf der Hütte?

Kein Massenlager! Es gibt zwei Zweibettzimmer, ein Dreibett- und ein Vierbettzimmer. Alle Betten haben Bettzeug und warme Decken. Alle Zimmer haben elektrisches Licht.

Warum muß ich eine Rechtsverzichterklärung unterschreiben?

Das nordamerikanische Haftpflichtrecht hat dazu geführt, daß alle Teilnehmer an Unternehmungen, die irgendwie riskant sind, umfangreiche Erklärungen unterschreiben müssen. Das gilt für Schlauchboottouren gebauso wie für Wanderungen, Expeditionen wie für Tierbeobachtung. Wir haben Haftpflichtversicherung, aber sie gilt nur mit diesen Erklärungen. Sie finden den Text des waiver auf der website.